02.09.2026

Lauter Königinnen auf Burg Eppstein

Hessische Hoheiten beim Eppsteiner Burgfest: Nathalie I. dankt als Burgfräulein ab, Karina I. übernimmt. Bewegende Momente auf der Burgbühne - passend zur ausgelassenen Feierstimmung rund um die 54. Auflage des Burgfestes.
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High Noon auf Burg Eppstein. Es ist tatsächlich Punkt zwölf Uhr, als Burgfräulein Nathalie I., sekundiert von Junker Patrick, mit ihren hoheitlichen Gästen in den Burghof marschiert.

Sonntag, Familientag beim 54. Burgfest. Zeit, Abschied zu nehmen für das Eppsteiner Burgfräulein, das aus ihrem Ehrenamt scheidet. Ramon Olivella, der Vorsitzende des Eppsteiner Burgvereins, übertreibt augenzwinkernd, als er sagt, „dass Nathalie in der ganzen Welt unterwegs gewesen ist“. Richtig ist: In Hessen hat die Botschafterin des Burgvereins Spuren hinterlassen. Sie hat Kontakte geknüpft, neue Freundschaften geschlossen – und darf stolz darauf sein, dass gleich zehn Hessische Hoheiten ihrer Einladung zur Exthronisierung gefolgt sind.

So viele Königinnen auf einen Schlag hat es noch nie auf der Bühne von Burg Eppstein gegeben. Die Rosbacher Blütenkönigin Ira I., die Büdenheimer Laternenkönigin Lisanne I., die Büdinger Froschkönigin Tabea Isabelle I., das Eltville Rosenpaar Julia und Valentin, die Hessische Erdbeerkönigin Marlene I., die Muschenheimer Naturschutzkönigin Caroline I., die Oberurseler Brunnenkönigin Emily I., die Steinauer Märchenkönigin Miriam I., die Steinfurther Rosenkönigin Theresa I und die Bürstädter Sonnenbotschafterin Michelle I. – sie alle erweisen dem scheidenden Eppsteiner Burgfräulein ihre Ehre. Olivella betont, dass Nathalie I. ihr Amt „ganz hervorragend und in Würde ausgefüllt“ habe. Eppsteins Erste Stadträtin Andrea Sehr verbindet die Exthronisierung von Nathalie auch mit einem großen Dank an den Burgverein und seine vielen Helfer. „Das Burgfest ist ein wundervolles Fest mit einer wunderschönen Tradition.“

"Mit Herzblut und
auf Händen getragen"

Bevor die Krone von Nathalie I. zu Karina I. wandert, wendet sich Nathalie mit einer außergewöhnlichen Rede an die vielen Burgfestgäste. Sie empfinde „Dankbarkeit und Stolz“, erwähnt und lobt namentlich alle Vorstandsmitglieder des Eppsteiner Burgvereins und bekräftigt, „dass meine Amtszeit Früchte getragen hat. Darauf sich lässt sich bauen. Vor einem Jahr ist nur eine Hoheit auf Burg Eppstein anwesend gewesen. Jetzt gibt es einen stabilen Baum mit vielen Ästen, der weiterwachsen und gedeihen kann.“ Für Andrea Sehr besteht kein Zweifel: „Nathalie, Du hast so viel Herzblut reingegeben. Und Du, Patrick, hast sie auf Händen getragen.“

Nachfolgerin Karina I., feierlich vom Hessischen Justizminister Christian Heinz ins Amt erhoben, hat keinen Junker. Sie wird in den folgenden zwölf Monaten von ihrer Hofdame Pauline begleitet – und ganz bestimmt wird auch Vater Guido Ernst einen wohlwollenden Blick auf das Treiben seiner Tochter werfen. Zur Inthronisierung ließ es sich der Bremthaler Ortsvorsteher nicht nehmen, in einer launigen Ansprache auf die gewaltlose Burg-Einnahme der Eppsteiner hinzuweisen und als Zeichen des guten Bremthaler Willens einen Versöhnungstrunk mitzubringen. Und da stand es nun: das Fass, prallgefüllt mit einem in Kriftel extra für diesen feierlichen Anlass gebrannten Apfeltropfen.

Rund 18 Stunden vorher, am Samstag um 18.45 Uhr, hat Bürgermeister Alexander Simon gemeinsam mit dem Burgvereinsvorsitzenden Olivella die 54. Auflage des Burgfestes eröffnet. Simon sprach von einer „Begegnungsburg“, in der auch schon mal Schwerter erhoben werden. Allerdings nur zu friedlichen – und im aktuellen Fall zu ausnahmslos löblichen Zwecken. Joachim Souverein und seine Ehefrau Gudrun wurden vom Burgverein in einer feierlichen Zeremonie zum Ehrenritter und zur Ehrendame geschlagen. Eine mehr als verdiente Auszeichnung, hat sich das in Ehlhalten lebende Ehepaar doch seit vielen Jahren um den Burgverein und die Burg verdient gemacht. Als jahrelanger erster Kassierer „hast Du das Geld immer zusammengehalten“, sagte Olivella. „Du bist das Gedächtnis des Burgvereins.“ Auch Gudrun Souverein ist seit Jahren eine treibende Kraft des Burgvereins. Dass sie „in zweiter Reihe geblieben ist“, war stets der Wunsch der zur Ehrendame geschlagenen umtriebigen Frau.

Neues Catering, neue Musik
und neue Farbtupfer

Der Wunsch des Burgvereins, mit der Burg den insgesamt rund 1300 Besuchern am traditionell letzten August-Wochenende eine passende Bühne für ausgelassene Fest- und Feierstunden zu bieten, ist auch diesmal wieder aufgegangen. Mehr noch: Schatzmeister Stefan Sperzel wusste am Sonntagabend nach dem Kassensturz von einem um rund zehn Prozent höheren Umsatz gegenüber dem Vorjahr zu berichten. Gleichwohl könne man die Zahlen nicht eins zu eins vergleichen, denn 2026 hat es mit dem Container Cube eine Neuerung gegeben. Die Mannschaft von Christian Brandl hat im Burginnenhof nicht nur das Catering für das Essen, sondern auch die Ausgabe der Getränke übernommen. Eine Aufgabe, die das Team sehr gut gemacht habe, wie auch Olivella betonte. Überhaupt zeigte sich der Vorsitzende angetan von „sehr guter Stimmung auf einem friedlichen Burgfest, auf dem vor allem unsere klassischen Stationen wie die Cocktailbar sehr gut performt haben“. Anklang bei den Burgfestbesuchern fand auch das neue Outfit, mit dem die Damen der Kuchentheke neue Farbtupfer setzten. Und selbstverständlich war auch in der Juchhe beim Kasperle-Theater mächtig was los.

Großes Lob vom Burgverein gab es auch für die neue Musik. Die Wahl der Wiesbadener Band Couch Potatoes sowie von DJ Alex habe sich als sehr gut erwiesen. Dass zudem am Finaltag Sonntag zehn Hessische Hoheiten auf Burg Eppstein gewesen sind und der Ex- und Inthronisierung von Nathalie I. und Karina I. beigewohnt haben, war auch für Olivella „ein großes Highlight. Mit dem neuen Burgfräulein gehen wir hoffnungsvoll ins nächste Jahr.“