Als auf der Burg Geschichte geschrieben wurde, schien endlich die Sonne. Schlüsselübergabe der Eppsteiner Stadtwache an den Burgverein: Es war eine gehörige Portion Wehmut mit im Spiel, als Hauptmann Klaus Wilke den Schlüsselbund des Mainzer Kellers an Ramon Olivella überreichte. Der Vorsitzende des Burgvereins war sichtlich gerührt und wohl auch ein bisschen stolz, als er stellvertretend für Eppsteins größten Förderverein an diesem historischen Himmelfahrtstag 2026 auf der Burgbühne den Schlüssel für die designierte neue Heimat des Burgvereins übernahm.
Jahrzehntelang war der Mainzer Keller das Zuhause der Eppsteiner Stadtwache. Aktuell wird der knapp siebzig Quadratmeter große Raum renoviert, damit er schon bald dem Burgverein ein erstes neues Vereinsheim bietet. Zudem wird es im vorderen Teil des Mainzer Kellers Raum für öffentliche Veranstaltungen geben.
Dankbarkeit, Respekt
und Demut
Begonnen hatte die feierliche Himmelfahrtszeremonie mit einem Generalappell an die Stadtwache, vorgetragen von Schultheiß Alexander Simon. Eppsteins Bürgermeister sprach beim Blick auf die Abgeordneten der Stadtwache von „Dankbarkeit, Respekt und Wehmut“ und sagte: „Heute stelle ich sie öffentlich außer Dienst. Sie haben vorzügliche Arbeit geleistet. Der Mainzer Keller, das war euer Wohnzimmer. Das wird niemals vergessen sein. Sie haben Spuren in der Stadtgeschichte hinterlassen.“
Hauptmann Klaus Wilke sah die Stadtwache ein Stück weit als „Leidtragende, denn leider ist es uns nicht gelungen, junge Männer als Nachwuchs zu finden. Aber wir haben wunderschöne Zeiten erlebt. Es hat uns Freude bereitet.“
Große Schuhe und
drei Salutschüsse
Für den Burgvereinsvorsitzenden Ramon Olivella stand außer Frage: „Es sind große Schuhe, die wir uns anziehen. Aber wir freuen uns sehr auf unser erstes Vereinsheim auf Burg Eppstein.“ Drei Salutschüsse aus dem Kanonenrohr beendeten den formalen Akt der Schlüsselübergabe.
Dass dieser historische Tag trotz des anfänglichen schlechten Wetters mehr als nur Spuren hinterließ, liegt auch an den vielen treuen freiwilligen Helfern, auf die sich der Burgverein seit Jahren verlassen kann. Auch diesmal hatte die für Veranstaltungen im Vorstand zuständige Annette Kapp eine schlagkräftige Crew zusammengestellt, die schon morgens beim Aufbau der Tische und Bänke dabei gewesen ist, tagsüber Dienst an der Theke versah – und auch beim Finale mit anpackte.
Die Schlüsselübergabe ist vollzogen. Jetzt gilt es, die letzten Arbeiten im Mainzer Keller voranzutreiben, damit der Burgverein schon bald seine neue Heimat bekommt.




