Burgverein baut Weinberg an - Sponsoren für Rebstöcke gesucht


In den letzten Wochen fanden umfangreiche Umbaumaßnahmen im Südzwinger der Eppsteiner Burg statt. In aufwendiger Arbeit wurde der Wildwuchs beseitigt und die Voraussetzungen geschaffen, einen eigenen Weinberg anzulegen.
Die Pflanzung der ersten Rebstöcke steht jetzt unmittelbar bevor. Dies nimmt der Burgverein Eppstein zum Anlass, um Interessierten ein besonderes Angebot zu machen. Wer ein originelles Geschenk sucht, sich auf der Burg verewigen möchte oder ganz einfach dem Verein unter die Arme greifen möchte, kann einen Rebstock sponsern. Die Rebe wird dann mit dem Namen des jeweiligen Sponsors oder Beschenkten versehen und dieser wird zur jährlichen Traubenlese eingeladen.
Geplant ist der Anbau von zunächst 25 bis 50 Rebstöcken. Als Beitrag für die "Patenschaft" bittet der Burgverein um eine Spende von 50 €.
Interessenten können sich per eMail burgverein-eppstein@t-online.de direkt mit dem Burgverein in Verbindung setzen.

Südzwinger-Projekt


Es ist fast geschafft!
Das Südzwinger-Projekt ist das erste große eigene Projekt des Burgvereins, von uns geplant und vorbereitet und von und finanziert. Zurzeit entsteht im Südzwinger ein Obst- und Weingarten, so wie er vermutlich anfangs des 18. Jahrhunderts bestand.

Bereits im 16. Jahrhundert hatte der Zwinger seine Bedeutung als militärische Anlage auf der Burg verloren. Die Burgmannen und Verwalter begannen, in den ehemaligen Zwingern Obst und Wein anzubauen, vermutlich später auch Kartoffeln und Gemüse.

Als dann die Burg ein einziger romantischer Schutthaufen war, haben Bürger aus Eppstein die noch freien Flächen als Garten genutzt. Bei den ersten Renovierungsarbeiten vor 100 Jahren wurde im Südzwinger Schutt (Steine und Erde) abgelagert. In den letzten 30 Jahren  sind große Teile des Südzwingers von Bäumen und Dornengestrüpp überwuchert worden. Die freie Fläche wurde zeitweise als Schafweide genutzt.
 
Nun entsteht ein Obst- und Weingarten. Unsere Vorstellungen wurden von dem Burgenforscher Dr. Joachim Zeune übernommen. Seine Empfehlung zur Umgestaltung ist Bestandteil der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung für das Projekt. Durchsetzen konnte sich der Burgverein mit seinem Wunsch, den Südzwinger teilweise für Burgbesucher zu öffnen. Allerdings mussten wir einen Kompromiss mit der Stadt Eppstein eingehen. Besucher können sich künftig nur auf einer kleinen Plattform hinter dem Eingang zum Zwinger aufhalten.
 
Zwei neue Obstbäume (Quitte, Mispel) und ein Walnussbaum wurden im April gepflanzt. Im Juni 2012 wurde der Weinberg angelegt. Unter fachlicher Anleitung wurden 31 Weinstöcke, rote und weiße Tafeltrauben, gepflanzt. 40 Paten konnte der Burgverein für die Reben finden. Daher werden im Herbst 2012 weitere 9 Reben eingepflanzt. Wir danken den Spendern dafür.
 
Die offizielle Einweihung des Südzwingers wird im Rahmen des Burgfestes am Freitag, 24. August 2012, um 18 Uhr, stattfinden.
 
Weitere Bilder der Neugestaltung finden Sie in der Bildergalerie: Link zur Galerie
 

Erfolgreiche Arbeiten an Mauern und Zwingern der Burg


An zwei Samstagen im November 2011 haben Mitglieder des Burgvereins wieder große Mengen von Efeu von den Burgmauern und Dornengestrüpp aus dem Südzwinger entfernt. Zwei erfahrene Kletterer, Burgvereinsmitglieder, haben die gefährlichen Arbeiten an der Südmauer ausgeführt. Der Burgverein leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der historischen Bausubstanz und zur Pflege und Verschönerung der Anlage. Die Ostmauern und an die steilen Felsen im Halsgraben hat ein Profi-Team im Auftrag und mit Unterstützung des Burgvereins ebenfalls in einer mehrtägigern Aktion von Efeu, Bäumen und Gestrüpp befreit. Ob der übrige Wildwuchs im Südzwinger, Bäume und Büsche, noch vor dem Frühjahr 2012 entfernt werden kann, ist derzeit fraglich. Obwohl ein Gutachten des Burgenforschers Dr. Joachim Zeune dringend dazu rät, haben sich die Untere Denkmalbehörde beim Main-Taunus-Kreis und die Stadt Eppstein bisher sehr viel Zeit gelassen, die Genehmigung zu dieser Maßnahme zu erteilen.

Turmrenovierung abgeschlossen


Im Oktober 2011 war es endlich soweit. Der Bergfried konnte wieder für Besucher geöffnet werden. Nach mehr als einem halben Jahr waren die Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Verputz wurde restauriert, eine neue Beleuchtung erleichtert den Besuchern den Auf- und Abstieg auf der engen Wendeltreppe. In der ehemaligen Türmerstube wurden behutsam die Aufgaben und das Leben des Türmers im Mittelalter inszeniert. Der Burgverein hat sich mit ca. 30.000 € an der Renovierung beteiligt. Unser „Elektrikerteam“, Ulrich Geffers und Stefano Ruperto, hat mit mehr als 200 Arbeitstunden sämtliche Elektroarbeiten durchgeführt, teilweise unter schwierigsten Bedingungen.

Video zur Türmerstube auf der Website der Stadt Eppstein: Link zum Video
 

Mit der Machete an der Ostmauer - Artikel aus dem Wiesbadener Kurier


25.10.2010 - EPPSTEIN

Von Mirja Pütz

BURGVEREIN Eppsteiner befreien ihr Wahrzeichen von Efeu-Wildwuchs / Bergsteiger-Ausrüstung beim Großreinemachen

Efeu ist zwar die Heilpflanze des Jahres 2010, aber für Mauerwerk ist das robuste Gewächs pures Gift. In mühsamer Kleinarbeit und manchmal auch mit brachialer Gewalt befreiten Mitglieder des Eppsteiner Burgvereins das Wahrzeichen ihrer Stadt vom hartnäckigen Bewuchs. Keine leichte Aufgabe und deshalb hat der Verein dem Vorhaben auch aus gutem Grund einen ganzen Tag gewidmet.

Sprengkraft

„Efeu ist stark und kann bei ungehindertem Wachstum eine Mauer regelrecht sprengen“, erklärt Peter Arnold. Gerade den Bewuchs an der Ostmauer behält der Vereinsvorsitzende immer gut im Auge. Nach drei Jahren ungehinderter Entfaltung ging es dem Efeu dieses Jahr wieder an den Kragen und diesmal stand der bislang vernachlässigte Ostaufgang ganz oben auf der Liste.

Ein bisschen Efeu zupft der Verein immer mal wieder. Für eine groß angelegte Aktion packt Peter Arnold auch mal die Machete aus. Der Ostaufgang der Burg hat es in sich. Dick wie Gartenschläuche haben sich die Wurzeln an der Mauer eingegraben. Mit vorsichtigem Zupfen ist es hier im Vergleich zum Westaufgang nicht mehr getan. „Jetzt nochmal mit dem Seil“, ruft Museumsführer Ulrich Geffers seinem Vereinskollegen von oben zu. Der Kollege zieht mit aller Kraft direkt an der Wurzel, aber außer ein bisschen Blätterrascheln passiert nicht viel. Kurz entschlossen greift Peter Arnold zur Machete, steigt über das Geländer und die Efeuschnipsel fliegen nur so. Keine Minute später liegt ein dichter Efeuteppich auf der Straße. Ein Teilsieg, denn die Ostmauer ist zu großen Teilen zugewachsen und der Verein hat kaum eine Chance etwas dagegen zu tun. Den Aufgang bekommt der Verein noch in den Griff, aber „direkt an der Außenmauer der Anlage brauchen wir Kletterer“, sagt Arnold.

Glücklicherweise hat der Verein sogar zwei davon. Mitglied Werner Diedorf wirft einen etwas unglücklichen Blick auf den nieseligen Himmel und geht trotzdem los, um seine Bergsteigerausrüstung zu holen. Währenddessen steht seine Frau Kerstin Krämer schon gut gesichert an der Mauer und plant die ersten Arbeitsschritte. Der Plan sollte stehen, solange die Eppsteinerin noch festen Boden unter den Füßen hat, auch wenn immer wieder Überraschungen im Bewuchs auftauchen. Als leidenschaftliche Bergsteigerin ist Kerstin Krämer aber an plötzliches Umdenken gewöhnt und Efeu ist schließlich nur eine weitere Herausforderung. „Das sieht immer ziemlich spektakulär aus“, sagt Peter Arnold und ist froh, auf zwei so versierte Helfer zurückgreifen zu können. Um gegen die geballte Pflanzenmacht anzutreten, wäre aber eigentlich eine ganze Armada von Kletterern notwendig.

Sanierung geplant

Die Stadt hat für das nächste Jahr zwar eine Grundsanierung der Ostmauer geplant, aber der Verein sieht sich trotzdem in der Pflicht. „Die Schönheit der Burg wird immer bewundert und wir tragen gerne unseren Teil dazu bei“, erklärt der Vorsitzende voller Überzeugung. Den zweiten Verschönerungstag in diesem Jahr betrachtet Arnold deshalb als Vorarbeit zu der anstehenden Sanierung „und wir sparen der Stadt auch gerne ein bisschen Geld“. Letztendlich sitze der Efeu aber immer am längeren Hebel: „Den gab es immer schon immer und in früheren Tagen hat der Efeu sehr zum Bild der romantischen Ruine beigetragen.“ Romantik in allen Ehren, aber der Erhalt der Burg hat für Peter Arnold eindeutig Vorrang „und außerdem ist unsere Burg ist auch so romantisch genug“.